Sägeinformationen

Sägen
Als Sägen bezeichnet man ein Bearbeitungsverfahren bei welchem mittels
einem mehrzahnigen, schmalen Werkzeug Materialien getrennt werden.
Es werden nach Art und Beschaffenheit der Werkzeuge folgende Sägeverfahren
unterschieden:

> Bandsägen
> Kreissägen
> Bügelsägen

(Es werden nur die für metallverarbeitende bzw. kunststoffverarbeitende Betriebe
relevanten Sägeverfahren beschrieben.)

Metallbandsägen
Das Bandsägen ist Sägen mit einem endlos (ringförmigen) verschweißten,
schmalen Band mit vielen Zähnen und gerade verlaufender Schnittbewegung.
Der Vorschub erfolgt senkrecht zur Schnittbewegung. Das Sägeband wird durch zwei
oder mehrere Rollen, welche am Sägerahmen gelagert sind, geführt.
Der Antrieb erfolgt über eine oder mehrere Rollen. Der Schnittbereich ist vom Abstand
der Rollen und der Führung des Sägerahmens abhängig.


Es gibt verschiedene Formen der Bandsägemaschinen:

1. Bandsägemaschinen mit Schwenkrahmen
Diese Konstruktion stellt die am weitesten verbreitete Form der Metallbandsäge-
maschinen dar. Der Sägerahmen (Schwenkrahmen) wird einseitig in einem Drehlager
aufgenommen und geführt. Da der Vorschubweg kreisförmig verläuft verändert sich
der Winkel des Sägebandes zum Material kontinuierlich. Der Schnittbereich entspricht
einem Kreissegment. Da der Sägerahmen nur auf einer Seite geführt wird kann dieser
auf der anderen, ungeführten Seite ausweichen. Dies führt unter Umständen zu einem
"wellenförmigen" Schnitt.

Vorteile & Nachteile:
> Geringer Anschaffungspreis
> Materialbeladung von vorne möglich
> Geringe Schnittgenauigkeit und Schnittleistung
> Relativ hoher Verschleiß der Sägebänder

2. Bandsägemaschinen mit 2-Säulenführung
Bei dieser Form der Metallbandsägemaschinen wird der Sägerahmen an beiden Seiten durch
zwei Führungssäulen geführt. Das Sägeband verläuft parallel oder in einem bestimmten, über
den Schnittverlauf gleich bleibenden Winkel zur Materialauflagefläche. Dieser Winkel welcher
je nach Maschine zwischen 1 und 6 beträgt ist vorteilhaft beim Anschnitt von Materialformen
welche eine zur Tischfläche parallele Oberfläche (z.B.: rechteckige Blöcke, Flachmaterial) auf-
weisen, da das Sägeband beim Anschnitt erst nach und nach in das Material vollständig eindringt.
Diese Konstruktion ermöglicht eine sehr hohe Zerspanungsleistung bei gleichzeitig großer Schnitt-
genauigkeit bis zu ca. 0,05mm per 100mm Schnitthöhe bei normal zerspanbaren Materialien.

Vorteile / Nachteile:
> Hohe Schnittgenauigkeit und Schnittleistung Lange Standzeiten der Sägebänder Langlebige Maschine
> Hoher Anschaffungspreis
> Keine Materialbeladung von vorne möglich, dass Material muss "eingefädelt werden

3. Vertikale Bandsägen
a) Blockbandsägemaschinen
Dienen zum Sägen von großen Blöcken und Platten. Der C-förmige Sägerahmen wir einseitig in Flach-
bzw. Linearführungen aufgenommen. Der Schnittvorschub erfolgt auf Grund der hohen Stückgewichte
vom Sägerahmen, welcher entlang des Auflagetisches bewegt wird. Das Sägeband verläuft vertikal.
Der Schnittbereich wird durch die Ausladung des Rahmens bestimmt. Das Material wird entweder unter
Mithilfe von Hebezeugen manuell oder durch Zangen automatisch positioniert.

b) Vertikalbandsäge für den Werkzeugbau
Bei dieser früher sehr häufig im Werkzeugbau eingesetzten Form der Vertikalbandsägemaschine ist der
C-förmige Sägerahmen fest mit dem Maschinengestell verbunden. Das zu sägende Material wird vom Be-
diener durch das vertikal verlaufende Sägeband geschoben (manueller Vorschub). Dabei ist es auch möglich
Konturen zu schneiden. Zumeist ist auch der Auflagetisch für das Material schwenkbar gelagert um auch
schräg verlaufende Schnittflächen erzeugen zu können.


Metallsägebänder
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Sägebandgeometrie - siehe Grafik unten
b = Bandbreite, S = Banddicke, H = Zahntiefe, t = Zahnteilung,
a = Spanwinkel, Y = Freiwinkel, W = Schränkwinkel


Die Wahl des richtigen Bandsägeblattes hängt von nachstehenden Faktoren ab:

1. Bandlänge

Für jede Bandsägemaschine ist eine spezifische Bandabmessung vorgegeben,
die Sie Ihren Maschinenunterlagen entnehmen können.

2. Bandbreite
Bei horizontalen Maschinen ist die Bandbreite vom Hersteller vorgegeben.
Vertikale Bandsägemaschinen erlauben größere Variationen der Bandbreite.
Mit zunehmender Bandbreite erhöht sich die Stabilität des Sägebandes.
Sollten Konturen gesägt werden, begrenzt der kleinste zu sägende Radius die
Bandbreite.

3. Schneidstoff
Entscheidend für die Auswahl des Schneidstoffes ist die Zerspanbarkeit
des zu trennenden Materials.


Im Allgemeinen gibt es vier Hauptgruppen von Schneidstoffen
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Werkzeugstahl:
Härte ca. 850 HV Anlassbeständigkeit ca. 200 C

Hochleistungs-Schnellarbeitsstahl:
Härte ca. 1000 HV Anlassbeständigkeit ca. 600 C

Hartmetall:
Härte ca. 1600 HV Anlassbeständigkeit ca. 800 C

Diamant:
Härte ca. 9000 HV



4. Zahnteilung
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen konstanter und variabler Zahnteilung.
Die maßgebende Größe zur Ermittlung der Zahnteilung ist die Eingriffslänge des
Sägebandes. Das Bandsägensortiment bietet Ihnen konstante und variable Zahn-
teilungen, die in den Tabellen unten für die jeweiligen Eingriffslängen mit Ober-
und Untergrenze aufgeführt sind.

Konstante Zahnteilung / Variable Zahnteilung / Eingrifflänge
32 ZpZ bis 3 mm | 10 - 14 ZpZ | bis 30 mm
24 ZpZ bis 6 mm | 8 - 12 ZpZ | 20 - 50 mm
18 ZpZ bis 10 mm | 6 - 10 ZpZ | 25 - 60 mm
14 ZpZ bis 15 mm | 5 - 8 ZpZ | 35 - 80 mm
10 ZpZ 15 - 30 mm | 4 - 6 ZpZ | 50 - 100 mm
8 ZpZ 30 - 50 mm | 4 - 5 ZpZ | 70 - 120 mm
6 ZpZ 50 - 80 mm | 3 - 4 ZpZ | 80 - 150 mm
4 ZpZ 80 - 120 mm | 2 - 3 ZpZ | 120 - 350 mm
3 ZpZ 120 - 200 mm | 1,4 - 2 ZpZ | 250 - 600 mm
2 ZpZ 200 - 400 mm | 0,75 - 1,25 ZpZ | 500 - 1200 mm
1,25 ZpZ | 300 - 800 mm | 0,55 - 0,75 ZpZ | 1000 - 3000 mm
0,75 ZpZ | 700 - 3000 mm

5. Zahnform Details
Von den Sägebandherstellern werden normalerweise die verschiedenen
Zahnformen bereits optimal mit den jeweiligen Schneidstoffen und Band-
abmessungen gepaart.
Standardzahn (S), Lückenzahn (L) für härtere, sprödere Werkstoffe und
kleine Querschnitte.
Klauenzahn (K) für langspanige, zähe Werkstoffe größerer Abmessung.

6. Schränkart
Das Sortiment der Sägebandhersteller bietet Ihnen den Zerspanungsaufgaben
angepasste Schränkarten.
Standart-Schränkung (S) universell verwendbar.
Wellen-Schränkung (WS) für dünnes Material und geringe Wandstärken.
Gruppen-Schränkung (GS) für Horizontal Bandsägemaschinen.
Rechts-Links-Schränkung (RLS) für NE-Metalle, Kunststoff und Holz.
Wechsel-Zahn-Schränkung (WZS) für langspaniges Material.


Worauf Sie beim Einsatz von Bandsägeblättern achten sollten
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I. Maschine
Überprüfen Sie regelmäßig:die Funktionstüchtigkeit der Späneräumbürste die Abnutzung
und die Ausrichtung der Blattführung, insbesondere die Bandführungslager, die Blattspannung
mittels Blattspannungsmesser, die Bandgeschwindigkeit mittels eines Geschwindigkeitsmessers
die Konzentration der Kühlflüssigkeit mittels Hand-Refraktometer.

II. Kühlmittel / Schneidflüssigkeit
Das Kühlmittel schmiert, kühlt und transportiert die Späne.
Daher ist zu beachten:Verwenden Sie nur hochwertige Schmierstoffe Beachten Sie die jeweils
empfohlene Zusammensetzung Stellen sie sicher, dass die Kühlflüssigkeit mit niedrigem Druck
und in ausreichender Menge der Schnittstelle zugeführt wird

III. Das Werkstück
Stellen Sie sicher, dass das Werkstück fest eingespannt ist.
Es darf nicht vibrieren oder sich verschieben. Bearbeiten sie keine verbogenen oder beschädigten
Werkstücke.

IV. Einfahren des Sägebandes
Die scharfen Schneidkanten der Sägebänder erzielen Ihre hohe Schneidfähigkeit durch extrem kleine
Kantenradien. Um die volle Standzeit zu erzielen, empfiehlt es sich, die Sägebänder einzufahren.
Ermitteln Sie in Abhängigkeit Ihres Schnittmaterials die richtige Schnittgeschwindigkeit (m/min) und
den Vorschub (mm/min). Ein neues Sägeband sollte lediglich mit ca. 50% des ermittelten Vorschubs
eingesetzt werden.
Hierdurch soll vermieden werden, dass die extrem scharfen Zahnschneiden bei zu großen Spandicken
durch Mikro-Absplitterungen beschädigt werden.Neue Sägebänder können anfangs zu Vibrationen und
Schwingungsgeräuschen neigen. Sollte das eintreten, reduzieren Sie die Schnittgeschwindigkeit minimal.
Bei kleinen Werkstückdimensionen wird empfohlen, zum Einfahren ca. 300 cm 2; des Schnittmaterials
zu zerspanen. Sind große Werkstückdimensionen zu bearbeiten, empfiehlt sich für das Einfahren eine
Zeitdauer von ca. 15 min. Nach dem Einfahren steigern Sie den Vorschub langsam auf den zuvor er-
mittelten Wert.

V. Wahl der Schnittgeschwindigkeit
Bei der Zerspanung entsteht an der äußersten Zahnschneide Erwärmung.
Die Temperaturen steigen mit Erhöhung der Schnittgeschwindigkeit.
Die drei Haupt-Qualitätsgruppen der Bandsägebänder besitzen im Allgemeinen
folgende Anlassbeständigkeit:

> Werkzeugstahl ca. 200 C
> Schnellstahl ca. 600 C
> Hartmetall ca. 800 C

Deshalb ist die Wahl der Schnittgeschwindigkeit von folgenden Parametern abhängig:
> Zerspanbarkeit des Schnittmaterials
> Querschnitt des zu sägenden Werkstoffes

VI. Vorschub / Zähne
Es ist wichtig, dass jeder einzelne Zahn eines Bandsägeblattes mit der richtigen Schnitttiefe vordringt
und zerspant. Dies wird durch die Wahl der Zahnteilung, der Bandgeschwindigkeit und des Vorschubes
bestimmt. Ermitteln Sie die richtige Zahnteilung und wählen Sie Ihre Schnittgeschwindigkeit.
Anhand der Späne, die das Bandsägeblatt beim Sägen produziert, können Sie nun den richtigen Vorschub
ermitteln. Die jeweilige Spanform lässt erkennen, ob Geschwindigkeit und Vorschubstimmen. Nehmen Sie
dazu die unten gezeigten Bilder zu Hilfe und korrigieren Sie Ihren Vorschub oder Ihre Bandgeschwindigkeit
gegebenenfalls.

VII. Dünne oder pulverförmige Späne
Erhöhen Sie den Vorschub oder verlangsamen Sie die Bandgeschwindigkeit

VIII. Dicke, schwere oder blaue Späne
Zu hohe Schnittwerte. Verringern Sie den schub oder erhöhen Sie die Bandgeschwindigkeit

IX. Lose aufgerollte Späne
Richtige Schnittwerte







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